Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst

Autor: Cheryl Strayed
Verlag: Kailash
Seiten: 448
Erscheinungsdatum: 25. Februar 2013
Preis: 9,99€ als Taschenbuch und 8,99€ als eBook

Inhalt

»Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.« Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Mit Drogen und Männern tröstet sie sich über den Tod ihrer Mutter und das Scheitern ihrer Ehe hinweg. Als ihr ein Outdoor-Führer über den Pacific Crest Trail in die Hände fällt, trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: mehr als tausend Meilen zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur »Brücke der Götter« im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie »Monster« nennt. Klapperschlangen und Schwarzbären, Hitze und Strapazen, Abenteurer und Einsamkeit sind Cheryl Strayeds Begleiter auf dieser Reise, die sie fast umbringt, stärkt und schließlich heilt. Das atemberaubende Abenteuer einer Selbstfindung – voller Witz, Wahrhaftigkeit und Intensität, mit einer respektlosen Heldin, die man lieben muss.
(Quelle: Amazon )

Meine Meinung

Cheryl verfasst schleichend den Plan auf dem Trail zu wandern und als sie schließlich am Boden liegt, wagt sie den Sprung ins Ungewisse. Wandert mal alleine, mal mit anderen und macht sich einen Namen auf dem Trail…
(Mehr möchte ich hier zum Inhalt nicht sagen, weil nicht viel mehr passiert.)
Wie kann man sich bitte so unvorbereitet auf den Weg machen und einen Trail abwandern? Ich habe mich wirklich gefragt, ob Cheryl mich für blöd verkaufen wollte, weil sie fast alle wichtigen Aspekte außer acht lässt…außer die perfekte Ausrüstung und eine Menge Kondome. Ich fand Cheryl vollkommen unsympathisch und bin nicht mit ihr warm geworden. Auch Mitleid konnte ich ihr gegenüber nicht aufbringen, was schade war.

Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständnisschwierigkeiten lesen. Erzählt wird aus der Sicht von Cheryl, was einen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt gibt.

Mir hat das Buch leider nicht so wirklich gefallen – ich hatte mir einfach erhofft, das ihre Wanderung und die Natur / der Trail im Fokus liegen und nicht der nicht verarbeitete Verlust der Mutter, den die Autorin immer wieder durchkaut. Auf Dauer langweilig, sodass ich diese Abschnitte irgendwann übersprungen haben. So wie auch ihre Erzählungen wie sie Heroin genommen oder ihren Mann betrogen hat. Für mich vollkommen uninteressant, denn wenn sie ein so dringendes Mitteilungsbedürfnis von ihrem Leben hat, dann hätte sie eine Biografie schreiben sollen. Für mich war es wohl einfach der falsche Fokus – was ich furchtbar fand, war ein Satz gegen Ende des Buches: ihr haben die Fremden nur immer so nett geholfen, weil sie eine Frau ist und gut aussieht. Ja, natürlich und genau deswegen sind ihr auch zwei Fremde unheimlich, weil sie gut aussieht und alleine ist. Vielleicht hätte man das einfach anders verpacken sollen, aber so kling es einfach nur hohl und dümmlich, wenn man sich den gesamten Kontext anschaut.

Mir war zuerst nicht bewusst, dass die Autorin das Buch viele Jahre nach ihrer Wanderung aus Tagebucheinträgen geschrieben hat – vielleicht blieb es auch deshalb sehr oberflächlich. Nach so vielen Jahren kann man es einfach nicht mehr authentisch schreiben – nach Recherche im Internet scheinen es 17 / 18 Jahre zu sein – und man fragt sich, warum die Autorin so spät erst veröffentlicht hat. War jetzt der Markt da und sie musste auf den Zug aufspringen? Man kann nur raten und vermuten.
Das Ende war vollkommen sinnbefreit, denn sie packte ihr „späteres“ Leben auch noch schnell auf ein paar Seiten gequetscht rein. Ja, sie hat am Ende ihren Mann getroffen, aber hätte da nicht ein Satz genügt? Weniger wäre da für mich mehr gewesen.
Ich verstehe den Hype um diese Buch leider überhaupt nicht – von mir gibt es keine Lese- oder Kaufempfehlung.

🌟 Sterne

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