Ich bringe dir die Nacht

Autor: Catherine Ryan Howard
Verlag: Rowohlt
Seiten: 384
Erscheinungsdatum: 22. Januar 2019
Preis: 9,99€ als Taschenbuch und 4,99€ als eBook

Inhalt

Stell dich den Schatten der Vergangenheit. Oder das Morden in Dublin geht weiter.
Zehn Jahre sitzt der berüchtigte Kanal-Killer von Dublin bereits im Gefängnis, da wird erneut die Leiche einer jungen Frau aus dem Wasser geborgen. Ein Nachahmer? Die Ermittler wenden sich an den Häftling, doch Will Hurley will nur mit einem Menschen sprechen: seiner ersten Liebe Alison.
Mühsam hat sich Alison nach Wills Verurteilung ein neues Leben aufgebaut. Als die Polizei um ihre Hilfe bittet, lehnt sie ab. Wie soll sie diesem Serienkiller entgegentreten, der ihr Freund war? Aber es geht um Leben und Tod. Alison kann nicht weglaufen. Auch wenn die Vergangenheit weit schlimmere Geheimnisse birgt, als sie ahnt.
(Quelle: Rowohlt )

Meine Meinung

Zuerst möchte ich mich beim Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Alison hätte es nie für möglich gehalten, das ihr Freund Will der Kanalkiller ist. Öffentlich stellt sie sich vor ihm und beteuert seine Unschuld – zeitgleich legt er ein Geständnis ab und Alison wirkt unglaubwürdig. Sie flieht aus Irland und landet schließlich in den Niederlanden. Dort studiert sie weiter, beginnt ein neues Leben und versucht die Vergangenheit zu verdrängen. Es gelingt ihr – bis zwei irische Ermittler vor der Tür stehen und sie bitten mit nach Dublin zu kommen. Nur sie kann ihnen helfen…
Die Alison, die man in der Vergangenheit kennen lernt, hat mein vollstes Mitleid – ihre sogenannte beste Freundin Liz ist ja ein Biest. Ich habe mich lange gefragt, wie sie es nur mit ihr ausgehalten hat. Ansonsten macht Alison einen sympathischen Eindruck und sie hilft Will, obwohl sie es nicht müsste. Nicht jeder würde das an ihrer Stelle tun, da bin ich mir sicher.

Will wurde von den damaligen Ermittlern schnell als Tatverdächtiger ermittelt und man setzte ihn so unter Druck, das er schließlich ein Geständnis abgelegt hat. Aus einem Geständnis wurde er dann der Kanalkiller, obwohl er immer beteuert hat, dieser nicht zu sein. Nun, viele Jahre später hört er durch Zufall in der psychiatrischen Klinik im Radio, das eine junge Frau umgebracht wurde. Ein Nachahmer des Kanalkillers? Will sieht seine Chance auf Freiheit kommen und gibt an, das er neue Informationen hat – die er aber nur einer bestimmten Person mitteilen möchte: seiner Exfreundin…
Ich hatte nie wirklich den Verdacht, das Will der Kanalkiller ist – das passte für mich überhaupt nicht zum Gesamtbild, das man von ihm im Laufe des Buches bekommt. Er ist ehrlich – zum Größtenteil und es ist erschreckend, wie manche diese Ehrlichkeit ausnutzen um das zu hören, was sie wollen.

Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständnisschwierigkeiten lesen kann. Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht von Alison, aber auch Will und ein Unbekannter kommen zu Wort, was einen guten Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt gibt. Zusätzlich wird die Handlung in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt.

Mir hat die Handlung gut gefallen – es zeigt gut, wie es laufen kann, wenn jemand nicht richtig zuhört und die Ermittler jemanden unbedingt dingfest machen wollen. Schuldig oder Unschuldig. Ich fand es auch sehr erschreckend, das bis 2014 (wenn ich die Jahreszahl richtig in Erinnerung habe) ein Täter, der die Tat zugegeben hat, nicht vor den Richter gestellt wird und ein Anwalt die ganzen Ungereimtheiten aufzählen darf, um vielleicht weitere Ermittlungen anzustellen. Wie kann man so verhindern, das jemand unschuldig hinter Gittern wandert, nur weil er seelisch die Belastungen durch die Ermittler und ihre Verhörtechniken nicht standhält?
Das Will möglicherweise unschuldig als der Kanalkiller verurteilt wird, klärt sich leider recht schnell durch den Unbekannten. Das nahm der Geschichte etwas zu sehr an Spannung. Die kleine Nebenhandlung mit Alison, die ihre eigenen „Ermittlungen“ durchführt, fand ich sehr gelungen.

🌟🌟🌟🌟 Sterne

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