Mutwille

Autor: Kai Lüdders
Verlag: Velum
Seiten: 364
Erscheinungsdatum: 15. November 2017
Preis: 22,99€ als Hardcover, 11,99€ als Taschenbuch
und 4,99€ als eBook

 

Inhalt

 Im Mittelpunkt des Romans steht Paul Schneider. Der erfolgreiche Lobbyist arbeitet für das Gesundheitsunternehmen UMC in Berlin. Angeekelt von der saturierten Wohlstandsgesellschaft, die ihn umgibt, schmiedet er einen Plan: Ihm schwebt eine Gesellschaft vor, in der die soziale Herkunft keine Rolle mehr spielt und in welcher der gesunde Mensch das Maß aller Dinge sein wird. Die Vision einer neuen Gesundheitspolitik wird von Norman Bruckmeier unterstützt. Er ist der Chef des mächtigen Gesundheitsunternehmens, das seine giftigen Fäden in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ausgelegt hat. Mithilfe der neuen Partei für Gesundheit und Ordnung (PGO) wollen Schneider und Bruckmeier ihr teuflisches Ziel erreichen, das aktuelle politische System aus den Angeln zu heben. Doch Schneider und Bruckmeier setzen eine abgründige Spirale in Gang, die sie augenscheinlich nicht mehr kontrollieren können. Die Folge: Hass, Hetze, Chaos. Land und Gesellschaft zerreißen.
(Quelle: buch-findr )

Meine Meinung

Zuerst möchte ich mich bei Literaturtest und dem Velum Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Paul Schneider ist die rechte Hand von seinem Chef Bruckheimer und sehr auf seinen Körper bedacht. Seine Eltern waren ihm in dieser Hinsicht ein schlechtes Vorbild und er will den perfekten Körper mit vollständiger Gesundheit machen. Sport gehört zu seinem Alltag und für alle Nicht-Sportler hat er kein Verständnis. Er möchte eine Gesellschaft haben, die gesund ist und die viel Geld für ihre Gesundheit ausgibt. Zusammen mit Bruckheimer beschließt er der Gesellschaft Angst zu machen…doch alles gerät außer Kontrolle und Schneider merkt, das Gesundheit nicht alles ist.
Das Paul von seiner Ehefrau und seiner Tochter verlassen wurde, hat mich nicht überrascht. Er ist ein unglaublich perfekter Mensch, der dadurch einfach nur unsympathisch wirkt. Sein Aussehen ist perfekt, er trägt die perfekten Anzüge und seine Worte sind weise gewählt. Die Persönlichkeit bis zu Perfektion ausgearbeitet und er greift zu, wenn er dreckige Wäsche beim Gegner erkennt.
Im Laufe der Geschichte macht er eine Wandlung durch, die mir gefallen hat.

Norman Bruckheimer verlässt sich nicht zu 100 Prozent auf seine rechte Hand, Paul Schneider, was diesem überrascht. Buckheimer verfolgt seinen eigenen Plan und in diesem spielt Schneider nur eine kleine Rolle. Er scheint ein unglaublich schlauer und dadurch ein gefährlicher Charakter zu sein – ich bin mit ihm nicht warm geworden.

Oliver Meffert ist der aktuelle Vizekanzler und möchte endlich aus der Reihe treten. Doch ohne gute Verbündete kann er es vergessen – doch sein Netzwerk ist äußerst groß.
Doch die Partei PGO scheint ihm den Rank abzulaufen – erst mit dem Herren Peters, der sich von einem einfachen Politiker zu einer Schachfigur von Schneider und Bruckheimer entwickelt. Als er ins Aus gedrängt wird, kommt Bernhardt Retzke ins Spiel, der seine ganz eigene Vorstellungen durchsetzen möchte…
Alles drei sind keine netten Charaktere und haben einigen Dreck am Stecken. Ich wurde mit ihnen nicht warm.

David Braun ist Wissenschaftler und beobachtet die Entwicklung in der Gesellschaft mit großer Sorge. Sehr zum Amüsieren seiner Frau, die sich um ihren Sohn kümmert. Teighaus ist sein Chef und als dieser in Ungnade fällt und der Sohn erkrankt, schließt er sich Peters und Schneider an…der größte Fehler seines Lebens…
David ist ein interessanter Charakter und er war wohl der einzige Mann, der mir wenigstens ein wenig sympathisch war. Auch wenn er etwas komisch war.

Armin Teighaus ist der Chef von Braun und ein begnadeter Wissenschaftler, der nach einer Show in Ungnade fällt. Er taucht ab und erst gegen Ende der Geschichte tritt er wieder auf…Dieser Charakter hat mich wirklich überrascht, ich hätte nie gedacht, das sich so ein hässlicher Charakter hinter der Fassade versteckt.

Der Schreibstil ist packend, aber man muss mit den Gedanken bei der Geschichte bleiben, da man in kleinen unbeachteten Momenten Details überlesen kann, die für das Verständnis der Thematik wichtig sind.
Erzählt wird aus der Ich- und der Er-Perspektive, außerdem kommen viele unterschiedliche Charaktere in den Kapiteln zu Wort. Für meinen Geschmack waren es fast schon zu viele, da man ich mich ab und an schwer tat, zu erkennen wer der aktuelle Erzähler ist bzw. wer gerade begleitet wird.

Schon der Klappentext lässt auf eine temporeiche Geschichte mit einigen Überraschungen und Spannung schließen und ich wurde nicht enttäuscht.
Von der ersten bis zur letzten Seite konnte mich die Thematik fesseln und ich kann mir gut vorstellen, dass diese Szenario in einigen Jahren Realität werden kann.
Man konnte die Ängste der Bevölkerung spüren und das irgendwann alles eskaliert, war klar. Die Auflösung um die Drahtzieher der Idee fand ich schockiert und nicht nachvollziehbar. Erschreckend, wozu was einige Personen greifen.

Von mir gibt es eine Lese- und Kaufempfehlung.

🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne

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