Engelsschuld

Autor: Emilie Schepp
Verlag: Blanvalet
Seiten: 448
Erscheinungsdatum: 18. September 2017
Preis: 9,99€ als Taschenbuch und 8,99€ als eBook

 

Inhalt

Grausame Morde erschüttern die schwedische Stadt Norrköping. Dreimal wird der Sanitäter Philip Engström zu den Tatorten gerufen, dreimal kann er nichts mehr für die entsetzlich entstellten Opfer tun. Er erkennt, dass er den Ermordeten schon einmal begegnet ist — und er selbst das nächste Opfer sein könnte. Doch eine schwere Schuld in seiner Vergangenheit lässt ihn schweigen. Staatsanwältin Jana Berzelius nimmt sich des Falls an. Erst spät merkt sie, dass Privates und Berufliches in dieser Mordserie eng miteinander verknüpft sind. Denn Jana hat ihre ganz eigene Rechnung mit dem Mörder offen.
(Quelle: Randomhouse )

 

Meine Meinung

Band 3 der Jana Beryelius-Reihe

Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Philip ist Sanitäter und nonstop am Arbeiten, mit Tabletten zwingt er sich zum Schlafen, was einer Kollegin und seiner Chefin übel aufstößt. Kann man jemanden vertrauen, wenn er abhängig ist? Seine Frau ahnt von allem nichts und möchte einfach nur schwanger werden. Und auf einmal häufen sich die schwierigen und tödlichen Einsätze bei Philip und seiner Kollegin Sabrina, weswegen die Polizei auf ihm aufmerksam wird. Die Ermittlungsergebnisse sehen ihn als möglichen Täter und sein Leben wird auf den Kopf gestellt…
Mit ihm bin ich nicht warm geworden, was auch kein Wunder ist, denn er war mir von der ersten Seite an unsympathisch. Seine Einstellung zu seinem Beruf und seine Tablettensucht machen ihn zu einer tödlichen Gefahr als Rettungssanitäter. Ich hätte ihn niemals fahren lassen, das war fahrlässig. Egal wie gut er in seinem Job ist.

Sabrina ist die nette, wenn auch aufdringliche, Kollegin von Philip. Nachdem seine vorige Partnerin dem Job nicht mehr gewachsen ist, ist sie die neue Partnerin von ihm. Außerdem ist sie eine gute Freundin von seiner Frau, was ihm nicht unbedingt passt. Die beiden sind nicht die besten Freunde, was für Philips Menschenkenntnis spricht, denn Sabrina ist nicht die, für die sie sich ausgibt…
Auch Sabrina fand ich nicht nett und ich hatte schnell den Verdacht, das sie etwas verbirgt.

Danilo liegt im Koma im Krankenhaus, bewacht durch einen Polizisten. Niemand rechnet mit einer schnellen Genesung, doch plötzlich ist der Mann verschwunden. Abgehauen aus einem Krankenhaus und keiner weiß, wo er abgetaucht sein könnte. Er hat sich auf der Suche nach einer alten Bekannten gemacht, die er nun mit ihrer Vergangenheit erpresst. Niemand geringerem als die erfolgreiche Staatsanwältin Jana, die ebenfalls zur Toetungsmaschine erzogen wurde. Er hat die Kartons an sich genommen, erpresst sich damit den Aufenthalt in ihrer Wohnung und den Weg in die Freiheit….
Danilo war mir komischerweise von der ersten Seite an sympathisch, auch wenn er für den Erfolg über Leichen gehen würde. Auch vor Erpressung und Gewalt schreckt er nicht zurück und weiß genau welche Knöpfe er bei wem drücken muss, um das zu bekommen, was er will. Über ihn möchte ich unbedingt mehr erfahren. Mal schauen, was er noch so zu bieten hat und ob er nicht vielleicht irgendwann mit Jana zusammen kommt. Passen würde es ja 😉

Jana wurde von ihren Eltern adoptiert, doch hat nur noch zu der Mutter ein halbwegs gutes Verhältnis. Mit dem Vater hat sie sich entfremdet, obwohl er ihr in ihren dunkelsten Zeiten zur Seite gestanden hat. Eben genau diese rücken mit dem Auftauchen von Danilo wieder in den Mittelpunkt und Jana muss sich überlegen, was ihr am wichtigsten ist. Ihr Leben, ihre Karriere mit dem Schutz ihrer Vergangenheit. Sie gibt sich geschlagen und hilft Danilo bei seiner Flucht. Nebenbei betreut sie den Fall um die grausamen Morde, in dem plötzlich auch ihre Mutter verwickelt zu sein scheint. Jana nimmt Rache auf ihre eigene Art…
Jana scheint eine Frau mit vielen Facetten zu sein, die mir aber unglaublich sympathisch erscheint. Sie mag keine Menschen oder Freundschaften und unterhält sich nur im Job mit ihren Mitmenschen. Nur ein Kollegen scheint gegen ihren Schutzpanzer immun zu sein und versucht immer wieder bei ihr zu landen. Ihre Vergangenheit finde ich interessant und würde sehr gerne mehr darüber erfahren.

Hendrik, Gunnar, seine ehemalige Lebensgefährtin Anneli und Mia sind die Ermittler in den Fällen rund um die Morde und dem flüchtigen Danilo. In einigen Kapiteln erhält man einen Einblick in ihren Alltag und die Spannungen zwischen den einzelnen Parteien. Obwohl man ein wenig über sie erfährt, hatte ich dennoch das Gefühl, sie nicht wirklich zu kennen. Nur weiß ich nicht, ob es daran liegt, das es das Buch zu einer Reihe gehört und ich hier zum ersten Mal auf die Charaktere treffe, oder ob es in den beiden Vorgängern genauso ist. Es scheinen allerdings nette Charaktere zu sein, die auch sehr kompetent wirken. Ich bin gespannt, wie die ihre Wege weitergehen.

Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständnisschwierigkeiten lesen kann. Durch die verschiedenen Ansichten der Charaktere kann man in einigen Fällen einen guten Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt bekommen.

Diese Buch lässt mich wirklich zwiegestalten zurück, einerseits fand ich die Grundgeschichte rund um die Flucht von Danilo und die Morde nicht schlecht, aber andererseits gab es für mich einfach auch zu viele Nebengeschichten, die die Geschichte unnötig in die Länge gezogen haben. Ich muss nicht wissen, wie Anneli die Trennung verkraftet oder den Umzug eines Polizisten mitverfolgen. Auch die Nebenstory rund um die Schwangerschaftsversuche von Philip und seiner Freundin fand ich ermüdend und unnötig.
Die Betitelung als Thriller finde ich auch nicht gerecht fertigt, für mich war es nur ein Krimi. Ja, es gab ein wenig Blut, aber wenig Spannung. Man wusste recht schnell, wer der Täter ist. Einzig Danilo hielt die Spannung in seinen Händen – hätte es ihn nicht gegeben hätte ich das Buch abgebrochen.
Nun werde ich aber, in der Hoffnung das er in den zwei ersten Büchern auch auftaucht, die Reihe vom Start beginnen und dann mal schauen, ob sie mir gefällt bzw. ob sie möglicherweise besser sind als der dritte Teil.

Von mir gibt´s eine bedingte Lese- und Kaufempfehlung – für Kenner der Reihe interessant, aber für Unwissende nicht die richtige Wahl.

🌟🌟🌟,5 Sterne

Übrigens ist weder auf dem Klappentext, noch auf den Innenseiten oder der Autorenvorstellung vermerkt, das „Engelsschuld“ der dritte Teil einer Reihe ist – ist ein kleiner Hinweis zu viel verlangt?

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