Unser Haus am Meer

Autor: Nele Jacobsen
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Seiten: 320
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2016
Preis: 9,99€ als Taschenbuch und 7,99€ als eBook

 

Inhalt

Statt politische Skandale zu recherchieren, wird die Reporterin Josefine von ihrem Chef nach Usedom verbannt. Sie soll einen Kapitän interviewen – den Autor eines Glücksratgebers. Der erweist sich als überraschend attraktiv, allein sein Bruder raubt Josefine mit seiner nordischen Dickfelligkeit den letzten Nerv. Dennoch beginnt sie schon bald die Schönheit der Ostseeküste für sich zu entdecken und kommt dabei einem Geheimnis um das alte Kapitänshaus der Brüder auf die Spur.
(Quelle: Klappentext)

 

Meine Meinung

Josefine ist eine karrieregeile Journalistin, die sich für unfehlbar und perfekt hält und trotzdem scheint sie nicht mehr Erfolg als ihre Kollegen vorzuweisen. Aber das Verhältnis zu den anderen ist sowieso sehr schlecht, weil Josefine sich für etwas besseres hält. Sie sieht sich schon in der Kanzlermaschine Sekt schlürfen und fällt aus allen Wolken als ihr Chef sie an die Ostsee zitiert: Sie soll den Autor eines Glückromans  interviewen. Josefine ist alles andere als begeistert, aber die Aussicht auf folgende Projekte, die ihr möglicherweise zugespielt werden, macht sie sich auf den Weg, um den Kapitän zu besuchen. Auf der Insel beginnt sie sofort mit der Arbeit und versucht alles aus dem Autor herauszukitzeln, doch ihr wird schnell klar, das hier ein komisches Spiel gespielt wird und die Brüder ihr etwas vorspielen.
Ich habe selten einen so unsympathischen Charakter in einem Buch getroffen – diese Frau hat keine guten Seiten. Josefine erschleicht sich das Vertrauen der Oma der Brüder und benutzt sie, um vertrauliche Informationen zu bekommen. Außerdem bricht sie in das Haus ein, um eine kleine Schatulle zu klauen und besitzt dann noch die Frechheit bei der Beerdigung der Großmutter aufzutauchen. Wie kann jemand sie mögen?!

Markus ist ein Schriftsteller mit mäßigem Erfolg – seine Kriminalromane unter einem Pseudonym besitzen eine kleine Fangemeinde, aber der große Durchbruch fehlt.
Also entschließt er sich einen „Finde-Dein-Glück“-Ratgeber zu schreiben. Er tarnt sich als Kapitän mit einem passenden Namen, Bild des Bruders und hofft auf Geldregen, damit das Haus der Familie nicht verkauft werden muss.
Plötzlich ist das Buch auf Platz 47. der Bestsellerliste und eine Journalistin will dem Autor einen Besuch abstatten. Markus hat alle Hände damit zu tun, seinen Bruder auf das Treffen vorzubereiten und schwitzt Blut und Wasser.
Mit Markus bin ich am ehesten warm geworden, auch wenn er nicht wirklich sympathisch wirkt. Er ist ein Eigenbrötler und lebt sein Leben gemütlich vor sich hin.

Ben lebt jeden Morgen in den Tag hinein und führt ein angenehmes Leben als Surflehrer und Besitzer einen Surfschule. Er ist der Grund, warum die Familie möglicherweise ihr Haus verliert und scheint deswegen überhaupt kein schlechtes Gewissen zu haben. Statt der Journalisten das Buch schmackhaft zu verkaufen, macht er sich lieber an sie heran und ist maßgeblich daran beteiligt, das ihnen alles um die Ohren fliegt.
Ben ist mir zu oberflächlich und farblos geblieben – man konnte sich nicht in ihn hineinversetzen oder eine Beziehung zu ihm aufbauen.

Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständnisschwierigkeiten lesen kann. Erzählt wird aus der Sicht von Markus, Ben und Josefine – was allerdings keinen ausreichenden Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt gab.

Ich hatte keine großen Erwartungen an die Geschichte, außer eine schöne und detaillierte Darstellung der Insel Usedom, die ich zum Glück auf ein wenig bekommen habe. Die Landschaftsdarstellung war mein Highlight innerhalb der Geschichte.
Was mir überhaupt nicht gefallen hat, war die Liebesgeschichte zwischen Markus und Josefine. Bis zum Ende des Buches war diese nicht existent und plötzlich werden sie ein Paar. Gefühle zwischen diesen beiden Charakteren habe ich nicht gespürt und kann diese Handlung einfach nicht nachvollziehen.
Zusätzlich habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum die Autorin die perfekte Schwester von Josefine in die Geschichte eingebaut hat. Diese Nebenhandlung trägt nichts zur Hauptstory bei und wirkte einfach nur unpassend. Die gute glaubt, das ihr Mann sie betrügt und flüchtet zur Schwester nach Usedom. Der Ehemann kommt nach und überreicht ihr ein Geschenk – das war die angebliche Geliebte des Mannes.
Die ersten Szenen und Erläuterungen des Kapitänsprinzips fand ich zu Beginn noch recht lustig und interessant, doch nach und nach wurde es mir zu viel und als dann noch die Familiengeschichte dazu kam, wirkte es mir zu konstruiert und zu gewollt.

Von mir gibt´s nur eine Leseempfehlung, falls euch das Buch bei einem Bücherei Besuch über den Weg läuft. Kaufen würde ich es mir nicht.

🌟🌟🌟 Sterne

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