Das Licht zwischen den Wolken

Autor: Amy Hatvany
Verlag: Blanvalet
Seiten: 512
Erscheinungsdatum: 26. Juni 2017
Preis: 19,99€ als Hardcover und 15,99€ als eBook

 

Inhalt

Natalie ist fünfunddreißig, als sie erfährt, dass sie eine Schwester hat. Während sie selbst bei liebenden Adoptiveltern aufwuchs, wurde die damals vierjährige Brooke von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht und konnte nie verstehen, warum man sie von ihrer kleinen Schwester getrennt hatte. Doch es gibt eine Frage, auf die keine der beiden je eine Antwort erhalten hat: Warum hat ihre Mutter sie weggegeben? Gemeinsam machen sie sich auf die Suche, ohne zu ahnen, dass die Wahrheit ihr Leben für immer verändern wird.
(Quelle: Klappentext)

 

Meine Meinung

Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Natalie hat bis zur Geburt der Kinder als Rechtsanwältin gearbeitet und nun hat sie ihre Leidenschaft als „Bäckerin für Süßwaren“ zum Job gemacht. Sie liebt den manchmal stressigen Job und freut sich, das sie gleichzeitig noch ihre zwei Kinder aufwachsen sehen kann. Ihr Mann ist ebenfalls Jurist und übt seinen Job mit großem Ehrgeiz aus, der sich leider auch oft auf das Privatleben auswirkt. Ihre Beziehung zu ihren Eltern ist gut, auch wenn es immer wieder Situationen gibt, in denen sie sich voneinander entfernen, z.B. wenn das Thema Adoption zur Sprache kommt. Natalie wurde mit sechs Monaten adoptiert und möchte jetzt endlich die leibliche Mutter kennenlernen, doch davor muss sie erst die Nachricht verdauen, das sie eine Schwester hat, die ebenfalls zur Adoption freigegeben wurde. Natalie macht sich allen Widerständen zum Trotz auf die Suche und findet schließlich Brooke. Ihre vier Jahre ältere Schwester – die beiden verstehen sich auf Anhieb. Bis es zum Streitthema „Mutter“ kommt…
Ich mochte Natalie von der ersten Seite an – sie ist eine leidenschaftliche Frau, die ihre Familie liebt. Auch Brooke bezieht sie schnell in den engen Kreis ein und kümmert sich um sie. Selbst nach einigen Jahren merkt man ihr ihre Schüchternheit und ihre Unsicherheit noch ein wenig an, aber das macht sie nur noch sympathischer. Niemand kann sich um 180 Grad ändern und dann eine vollkommen neue Person sein.

Brooke ist die Schwester, die nie eine richtige Familie gefunden hat – Pflegefamilien haben sie nie lange bei sich behalten, weil sie als Problemfall galt und sich gerne mit anderen angelegt hat. Lange Jahre hofft sie, dass die Mutter sie abholen wird, aber nichts passiert – also gibt sie die Hoffnung auf und baut sich mit 18 Jahren ihr eigenes Leben auf. Sie nimmt sich mit einer anderen jungen Frau ein Zimmer und beginnt ihre Karriere als Kellnerin. In unterschiedlichen Restaurants. Brooke ist glücklich und denkt kaum noch an die Mutter, nur an die kleine Schwester. Sie möchte Natalie gerne wiedersehen, auch wenn sie die Hoffnung schon aufgeben hat. Bis plötzlich das Handy klingelt und eine gemeinnützige Organisation, die bei Adoptionen hilft, in der Leitung ist…
Brooke ist ebenfalls eine sehr sympathische Frau und ich habe mich gefreut, das sie ihr Leben auf die Reihe bekommen hat. Und nicht auf die schiefe Bahn geraten ist. Ihre kleine Nebengeschichte fand ich wirklich schön und ich bin etwas traurig, das ich Brooke jetzt gehen lassen muss.

Jennifer ist die leibliche Mutter von Nat und Brooke. Sie verliert ihre Kinder als sie beim Ladendiebstahl erwischt wird und von allen Rechten zurücktreten muss. Es folgen zwei Jahre Gefängnis und nach der Entlassung ein Rückfall. Sie muss wieder für deutlich längere Zeit ins Gefängnis und beginnt dort ihr Leben langsam aber sicher in geordnete Bahnen zu lenken. Mit der Hilfe eines neuen Programmes, in dem sie nach ihrer Entlassung weiterarbeitet und ihr Glück findet.
Jennifer ist kein einfacher Charakter und ich fand sie nicht ein einziges Mal sympathisch. Sie kümmert sich nur um sich und versucht mit den Briefen ihr Gewissen zu erleichtern. Ihre Handlung zurechtfertigen und zu merken, das alles richtig war. Ab und zu verschwendet sie im Laufe der Jahre ein paar Minuten ihrer Zeit mit den Gedanken an ihre zwei Kinder, mehr aber auch nicht. So eine Frau hätte nie Mutter werden dürfen.

Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständnisschwierigkeiten lesen kann.
Erzählt wird aus der Sicht von Natalie, Brooke und Jennifer, was einen guten Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt gibt.
Die Autorin fesselt einen an die Geschichte und ich konnte einfach nicht mit dem Lesen aufhören, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit den Frauen weitergeht.

Im letzten Jahr war ich vollkommen hin und weg von „Ein Platz in deinem Herzen“ und dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an „Das Licht zwischen den Wolken“ – und die Autorin hat mich nicht enttäuscht. Das Ende passte perfekt zur Geschichte, aber mich hätte es wirklich interessiert, was Natalie und Brooke zu den Briefen sagen. Dieser Punkt fehlte mir für eine abgerundete Story.
Es ist eine packende Familiengeschichte mit Höhen und Tiefen, mit neuen Freundschaften, vielen Ängsten und Hass. Kurz: ein klasse Buch, das man unbedingt lesen muss.

Von mir gibt´s eine Lese- und Kaufempfehlung.

🌟🌟🌟🌟,5 Sterne

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