Das Seehaus

Autor: Kate Morton
Verlag: Diana
Seiten: 608
Erscheinungsdatum: 29. Februar 2016
Preis: 22,99€ als Hardcover, 9,99€ als Taschenbuch
und 8,99€ als eBook

 

Inhalt

Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.
Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …
(Quelle: Klappentext)

 

Meine Meinung

Sadie ist beurlaubt, weil sie ihren aktuellen Fall zu nah an sich hat herankomme lassen und sich in ihre Vorstellung des Tatherganges verbissen hat. Unterstützung bekommt sie von der Großmutter der verschwundenen Frau, sie beide glauben an ein Verbrechen, was die Polizei nicht nachweisen kann. Sadie redet mit einem Journalisten und ihr Chef bringt sie aus der Schusslinie und rät ihr zu einem Urlaub. Sie macht sich auf den Weg zu ihrem Großvater, der nach dem Tod seiner Frau nach Cornwall gezogen ist und sein Leben nun mit zwei lieben Hunden verbringt. Sadie weiß nicht so recht, was sie von dem Zwangsurlaub halten soll und macht als Ablenkung lange Joggingrunden mit den Hunden, bis sie bei einer ein verlassenes Herrenhaus entdeckt. Sie beginnt zu recherchieren und kommt einem alten Kriminalfall auf die Spur…
Sadie ist eine interessante Persönlichkeit, die allerdings in ihrem Beruf als Polizisten ein wenig falsch positioniert ist. Sie möchte oft weiter als die eigentliche Ermittlungsarbeit gehen und wird vom Vorgesetzten an der kurzen Leine gehalten, obwohl sie den richtigen Riecher hat. Zum Glück findet sie am Ende noch ihr Glück in einem anderen Berufsbild.

Alice liebt das Schreiben seit sie ein junges Kind ist – ihre erste Geschichte handelt von einer Entführung eines Babys. Die Story ist grausam und es zeigt schon zum damaligen Zeitpunkt ihre große Zukunft als Schriftstellerin an…nur blöd, das kurze Zeit später der kleine 10 Monate alte Bruder spurlos verschwindet. Und man ihn nicht findet. Bis Sadie die Spur aufnimmt. Inzwischen ist Alice eine alte Frau, die nicht mehr in alten Wunden stochern möchte, aber sie kommt nicht darum herum und muss sich der Vergangenheit öffnen.
Alice ist ein vielschichtiger Charakter, den man nicht sofort versteht. Ich hatte sie lange als Täterin in Verdacht und hätte nie erwartet, das sie überhaupt nichts damit zu tun hat.
Mir war sie anfangs auch nicht wirklich sympathisch, was ich aber im Laufe des Buches langsam änderte.

Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständnisschwierigkeiten lesen kann.
Erzählt wird die Geschichte von verschiedenen Personen, die maßgeblich an der Hauptgeschichte beteiligt sind. Außerdem kommt die Polizistin Sadie zu Wort.
Die wechselnden Erzählperspektiven geben einen guten Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt, was mir sehr gut gefallen hat.
Man lernte jeden Charakter wirklich gut kennen.

Ich bin ein großer Fan von Geschichten, die auf zwei Ebenen spielen, weswegen ich mir sicher war, dass „Das Seehaus“ mir gut gefallen könnte und nach dem Lesen kann ich nur sagen: Ich mag diese kompakte Geschichte, auch wenn es mich nicht zu 100% begeistern konnte. Mir persönlich war sie im mittleren Bereich etwas zu sehr in die Länge gezogen, sodass es langweilig und langatmig wurde. Einige Passagen hätte man ohne Probleme weglassen können, es hätte keinen negativen Einfluss auf die Geschichte gehabt.
Ich habe von vielen gehört, das sie schwer in die Geschichte rein gekommen sind – bei mir war das vollkommen anders. Mich konnte das Buch sofort packen und ich war schnell mitten in der Story, sodass ich mich jeden Abend auf meine 100 Seiten gefreut habe. (Eine kleine Anmerkung: ich habe das Buch zusammen mit einer anderen Buchbloggerin gelesen und wir haben uns 100 Seiten als Tagesziel gesetzt.)
Kate Morton hat hier eine gute Balance zwischen Familiengeschichte und Krimielementen gefunden, sodass mir größtenteils nicht langweilig wurde. Die einzelnen Handlungsstränge konnten überzeugen und ich habe mir immer Gedanken gemacht, wie am Ende alles am Besten zusammen passen könnte.
Ich wurde sogar an einigen Stellen wirklich überrascht und den wahren Täter war nie in meiner Verdächtigenliste, was ein großes Kompliment an die Autorin ist. Das passiert mir so gut wie nie. Und deswegen ist es ein klasse Buch.
Ich werde mir mit Sicherheit mal die anderen Bücher der Autorin anschauen – „Das Seehaus“ war mein erstes Buch von ihr.

Von mir gibt´s eine Lese- und Kaufempfehlung.

🌟🌟🌟🌟

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