Die Fliederinsel

Autor: Sylvia Lott
Verlag: Blanvalet
Seiten: 544
Erscheinungsdatum: 15. Mai 2017
Preis: 9,99€ als Taschenbuch und 8,99€ als eBook

Inhalt

In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann.

Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen …
(Quelle: Bloggerportal )

Meine Meinung

Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Celia hat ein Bild von einem Ferienhaus aus Fünen in den Erinnerungen ihrer Familie gefunden und möchte dort gerne hin. Sie recherchiert und findet schließlich exakt das Haus – ihr Mann und ihr Sohn möchten sie nicht begleiten, weswegen sie den Weg allein antritt. Sie fühlt sich dort in Dänemark sehr wohl und schließt ihre Vermieterin, Inger, ins Herz. Als sie durch einen Zufall ein Bild entdeckt und es zu Inger bringt, ist diese zuerst sprachlos und erzählt dann ihre Geschichte. Die Geschichte zu dem Fliederbild und die Geschichte ihrer Familie…die sie auch mit einem Familienmitglied wieder versöhnt.
Celia scheint ein unglaublich netter und einfühlsamer Mensch zu sein, der sehr an der Geschichte der eignen Familie und die ihrer Mutter interessiert zu sein scheint. Das gibt es heute wirklich selten. Inger ist eine wirklich gute Erzählerin und da bleibt Celia auch nichts anderes übrig, als gespannt zu lauschen. Leider fand ich es etwas schade, das Celias Geschichte sehr in den Hintergrund gedrängt wurde, da Ruths Geschichte so umfangreich behandelt wurde. Man erfährt zwar was über Celia, aber sie blieb schon etwas farblos im Gegensatz zu Inger, Ruth und den anderen Charakteren.

Ruth ist mit dem älteren Autor Jakob liiert, beide haben jüdische Wurzeln und fühlen sich in Deutschland nicht mehr wohl. Jakob möchte das Land nicht verlassen, weil er es als seine Heimat ansieht, und eine Auswanderung würde nur in die USA in Frage kommen. Ruth dagegen drängt auf einen Länderwechsel und schlägt Dänemark vor – dort hat sie Verwandte und die beiden hätten gute Startbedingungen, da Ruth ein kleines Häuschen auf Fünen gehört. Als es schließlich immer schlimmer wird, fiehen sie 1938 nach Fünen und dort entdeckt Ruth ihre Leidenschaft zur Malerei, der Flieder hat es ihr angetan und sie hat schnell Erfolg. Als Töchterchen Ingrid auf die Welt kommt, ist das Familienglück perfekt, doch 1943 erreicht die Judendeportation auch Dänemark und das Ehepaar muss wieder fliehen – neues Ziel wird Schweden. Ingrid lassen sich bei Svea und ihrem verlobten Erik und die beiden lieben das Mädchen wie eine eigene Tochter. Aus Ingrid wird Inger und sie wird eine waschechte Dänin, und als die Eltern 24 Monate später zurückkommen, erkennt Inger sie nicht mehr….
Ich habe mit Ruth gelitten – sie möchte nur das Beste und wird immer wieder von Jakob sabotiert. Er will sich nicht ihren Plänen fügen und geht immer gegen an. Ruth verdient lange alleine den Unterhalt und er dankt es ihr mit keinem Wort.
Ich freue mich aber sehr, das sie am Ende doch noch glücklich geworden ist.

Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständnisprobleme lesen kann. Erzählt wird aus der Sicht von Celia und Ruth, was einen guten Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt gibt.
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, was ich liebe – man lernt zwei Frauen kennen, die unterschiedlicher nicht sein können. Zwei Generationen, die eine ungeahnte Verbindung haben…

Im letzten Jahr habe ich „Die Inselfrauen“ gelesen und habe dort die fehlende Spannung bemängelt – hier ist Spannung vorhanden von Seite 1 bis zum Ende. Ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen und habe es in einem Zug durchgelesen.
Die Thematik ist sehr gut recherchiert und ich finde dieses Buch bringt einem das Thema Nationalsozialismus und Judendeportation viel näher als jeder Geschichtsunterricht. Man hat das Gefühl mitten in der Geschichte zu sein und mit Ruth den schweren Weg zu gehen. „Die Fliederinsel“ ist eines meiner Lieblingsbücher geworden und ich werde die Geschichte nie vergessen können.
Vielen Dank für dieses überragende Buch, Sylvia Lott.

Von mir gibt´s eine Lese- und Kaufempfehlung.

🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne

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