Eva schläft

Autor: Francesca Melandri
Verlag: Heyne
Seiten: 448
Erscheinungsdatum: 09. Mai 2012
Preis: 9,99€ als Taschenbuch und 8,99€ als eBook

Inhalt

Eva ist Anfang 40, als sie einen Anruf von dem Mann erhält, der in ihrer Kindheit eine Zeit lang die Rolle des Vaters einnahm, bevor er scheinbar für immer verschwand: Vito Anania. Er liegt im Sterben und noch einmal möchte er Eva sehen. Also tritt sie die Zugreise von Südtirol quer durch Italien in den äußersten Süden an. In ihrer Vorstellung entfaltet sich noch einmal ihre ganze Kindheit in Südtirol, geprägt von den politischen Verwerfungen dieser Region, aber mehr noch von der Liebe ihrer Mutter, der im Leben nichts geschenkt wurde – außer ihrer Schönheit.
(Quelle: Klappentext)

Meine Meinung

Gerda ist die Mutter von Eva und eine unglaublich naive Frau, die ihr Kind völlig egal ist. Sie lässt sich in jungen Jahren, aus Versehen, schwängern und will den Vater heiraten – nur kommt es nicht dazu. Sie arbeitet als Küchenhilfe in einer Hotelküche und als sie merkt, das sie schwanger ist und der Kindsvater sie verlässt, tut sie alles, damit sie das Kind nicht bekommen muss. Nimmt Kräuter zu sich oder lässt sich die Treppe runterfallen, um das Kind umzubringen.
Leider scheint das Baby einen anderen Plan zu haben und sie bringt es schließlich zur Welt – in einem Kloster. Sie behält ihr Mädchen und kommt zurück in ihren alten Job, das Kind in einer Kiste nebenan. Als sie größer wird und Gerda mehr Zeit in ihre Tochter investieren muss, will sie das Kind bei den Nonnen für einige Monate abgeben. Als das nicht klappt, bringt sie es woanders unter und kommt für zwei Monate im Jahr zurück.
Gerda ist mit Abstand einer der abscheulichsten Charaktere, denen ich je begegnet bin.
So eine Mutter braucht niemand. Ich konte sie nicht ausstehen…

Ich weiß überhaupt nicht, was ich über Eva schreiben soll, außer, das sie so eine gefühlskalte Mutter nicht verdient hat. Nur deswegen ist sie mir in Erinnerung geblieben. Als Charakter ist sie ein völlig unscheinbar und farblos geblieben, was ich sehr schade fand. Ich wurde mit ihr nicht warm.

Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte ohne Verständisschwierigkeiten lesen kann.
Erzählt wird aus der Sicht von Eva und Gerda, was einen guten Einblick in die jeweilige Gefühls- und Gedankenwelt gibt. Eva erzählt ihre Geschichte in Kilometerangaben ihrer Zugreise unterteilt und Gerda ihre mit unterschiedlichen Jahreszahlen, die in der Vergangenheit liegen und als Rückblenden dienen.

Eigentlich wollte ich das Buch nach der ersten Seite abbrechen, weil mir der Erzählstil überhaupt nicht zugesagt hat. Trotzdem habe ich es irgendwann bis zur Seite 100 geschafft und dann fand ich die Geschichte langsam interessant und wollte wissen, wie Gerdas Lebensweg war, auch wenn sie keine sympathische Zeitgenössin ist.
„Eva schläft“ ist die Geschichte über Gerda, wie sie aufwächst, welchen Weg sie als Jugendliche geht, von wem sie sich schwängern lässt, wie sie ihre Tochter aufzieht und ihr Leben als Erwachsene mit Kind lebt. Stellenweise kommt noch Eva mit dazu, die auch etwas über ihr Leben erzählt.
Dazu kommt noch ein geschichtlicher Aspekt, die Geschichte Südtirols von 1919 bis 1998.
Mich haben diese Einblicke nicht wirklich interessiert, weil sie wie ein Artikel aus dem Geschichtsbuch geschrieben wurden. Ohne Gefühle und Interesse an den Gegebenheiten.
Insgesamt fand ich die Geschichte langatmig und langweilig, was auch nicht zuletzt an den Haupt- und Nebencharakteren lag, die farblos blieben. Weder zu Eva noch zu Gerda konnte ich eine Bindung aufbauen, weil sie mir einfach zu austauschbar gewesen sind.

Von mir gibt´s keine Lese- oder Kaufempfehlung.

🌟🌟 Sterne

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