Das Walmesser: Ein Färöer-Krimi

Das Walmesser: Ein Färöer-Krimi von [Neilson, C. R.]

Autor: C. R. Neilson
Verlag: Heyne
Seiten: 510
Erscheinungsdatum: 28. Dezember 2016
Preis: 14,99€ broschiert und 9,99€ als eBook

Inhalt

Eine kleine Inselgruppe im Nordatlantik. Dreihundert Tage im Jahr Regen. Die Menschen leben von Fischfang, Schafzucht und der Jagd auf Grindwale. Wer freiwillig hierherkommt, ist anderswo vor etwas geflohen. Dass er seine Vergangenheit nicht einfach hinter sich lassen kann, erkennt John Callum erst, als er eines Morgens auf einem Steinklotz im Hafen erwacht – ohne Erinnerung an den letzten Abend, aber mit einem blutigen Messer in seiner Tasche. Und in der färöischen Hauptstadt Tórshavn gibt es an diesem Tag nur ein Gesprächsthema: den Mord.
(Quelle: randomhouse )

Meine Meinung

Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

John flüchtet von Schottland nach Färör. Ohne viel Geld und ohne einen Plan, aber mit einem gebuchten Hotelzimmer. In den nächsten Tagen beginnt er mit der Jobsuche und landet schließlich auf einer nachhaltigen Fischfarm. Und darf im Haus von seinem „Chef“ wohnen, bis er unangenehm auffällt und in eine Holzhütte verbannt wird. John gefällt dies und er mag seinen neuen Job. Mit dem Freunde finden hapert es, nur in einem Franzosen findet er einen guten Freund. Zumindest glaubt er dies. Auch die Liebe lässt nicht lange auf sich warten, die junge Pfarrerstochter findet gefallen an ihm. Sehr zum Missfallen von deren Ex-Freund, den einige Wochen später nach einem Streit mit John tot auffindet…

Mit John bin ich bis zur letzen Seite nicht warm geworden, weil ich einfach kein Mitleid mit ihm haben konnte. Seine Vergangenheit in Schottland ist nicht die beste und der schlechte Ruf scheint an ihm zu kleben, aber trotzdem rechtfertigt das nicht sein Verhalten, das er an den Tag legt. Man merkt schnell, das er kein friedlicher Mensch ist, sondern auch mal zügig auf 180 ist. Er teilt aus und steckt wenig ein. Seine Methoden um die Unschuld zu belegen sind grausam und ich war mir lange nicht sicher, ob er in seiner Heimat zu Unrecht freigesprochen wurde. Ich war froh, als ich ihn nach 510 Seiten verlassen durfte.

Der Schreibstil war zwar flüssig und leicht verständlich, aber der Erzählstil sehr langatmig und langweilig. Ich musste mich teilweise zum Weiterlesen ermutigen, weil ich einfach kein Interesse daran hatte, zu erfahren, wie John seinen Kopf aus der Schlinge zieht oder sich auf der Insel einlebt.
Ich bin kein großer Fan von kurzen Kapiteln. In diesem Buch gab es 70 Kapitel in 510 Seiten, ein Kapitel war im Durchschnitt 7 Seiten lang und die Geschichte lies sich dadurch sehr abgehackt und unruhig. Mir hat das überhaupt nicht gefallen.
Während mir die Aufteilung der Geschichte gut gefallen hat, auch wenn es stellenweise etwas verwirrend war. Begonnen wird mit einem Kapitel kurz nach dem Mord aus der Sicht von John. Danach folgt ein Zeitsprung in die Vergangenheit – drei Monate zu vor, der fast die Hälfte des Buches einnimmt und dann zurück in die heutige Zeit führt.
Auch das Cover konnte mich vollkommen überzeugen – vorne schlicht schwarz mit einem messerartigen Ausschnitt.

Insgesamt fand ich „Das Walmesser“ nicht schlecht und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber man konnte schnell ahnen, wer den Mord begangen hat oder sich als Mörder ausgeben wird. Eine ganz bestimmte Szene gegen Mitte des Buches war für mich zu aufschlussreich, sodass es am Ende keine wirkliche Überraschung war. Man muss nur aufmerksam genug lesen. Wie viele andere Leser fand ich die Landschaftsbeschreibungen unglaublich gut und detailreich, sodass man stellenweise das Gefühl hatte mitten auf der Insel zu stehen. Ich ahnte recht schnell, das sich Färör in mein Herz schleichen wird und mit Sicherheit eine Reise wert ist. Die guten / schlechten Beziehungen zum dänischen Königsreich klingen bei einigen Sätzen der Einwohner mit und mir gefiel das, weil sie eben kein Blatt vor dem Mund nehmen und offen sagen, was sie denken.
Die Grindwaljagd (Walfischjagt), die angeblich sehr blutig und grausam beschrieben sein soll, muss ich entweder überlesen oder als Natürlichkeit angesehen haben. Vobei ich eher das zweite vermute. Für mich ist dieser Aspekt nichts neues, da ich schon öfters soetwas gelesen habe.
Für mich war es kein Krimi, der mich packen konnte und sprachlos zurück ließ. Der Krimi spielte so nebenbei und im Fokus lag die Insel und das Leben auf Färör – zumindest für mich. Eher eine Art Reiseführer mit geschichtlichen Hintergründen und einem Mord.

Leider nur eine bedingte Leseempfehlung, falls euch das Buch in der Bücherei oder als Mängelexemplar über den Weg läuft. Kaufen würde ich es mir nicht.

🌟🌟🌟 Sterne

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