Fünf am Meer

Fünf am Meer

Autor: Emma Sternberg
Velag: Heyne
Seiten: 460
Erscheinungsdatum: 09. Mai 2016
Preis: 9,99€ als Taschenbuch und 8,99€ als Kindle eBook

Inhalt

Es zieht Linn den Boden unter den Füßen weg, als sie ihren Verlobten in flagranti erwischt. Aber dann erfährt sie, dass sie geerbt hat – und findet sich in einem Haus in den Hamptons wieder, direkt am Meer. Die Bewohner, fünf lebenslustige Senioren, wachsen Linn bald ans Herz, genauso wie die gemeinsamen Granatapfel-Manhattans und die Storys über ihre glamouröse Tante Dorothy. Doch dann taucht dieser attraktive Journalist auf und scheint noch ein bisschen mehr zu wissen…
(Quelle: Klappentext)

Meine Meinung

Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Linn reist in die Staaten um ihr Erbe zu begutachten – ihre Tante zweiten Grades ist vor kurzem verstorben und ein Erbverwalter war auf der Suche nach Nachfahren: Linn ist die einzig lebende. Anfangs ist die Frau zwar etwas geschockt, aber nach und nach kann sie dem Charme des Hauses und seinen Bewohnenern nicht mehr widerstehen und zusammen leben sie einiges. Sei es ein neuriger Journalist, der eine geheime Affäre aufdecken möchte oder ein Sturmschaden, der dem Haus ordentlich zusätzt. Stets zur Hilfe ist der Sohn (Ted) einer Bewohnerin – desöfteren greift er den alten Herrschaften unter die Arme und auch Linn lernt ihn zu schätzen, doch vielleicht entwickelt sich daraus aich noch mehr…

Linn habe ich von den ersten Seiten an ins Herz geschlossen – sie tat mir so leid, als sie ihren Freund mit einer guten Freundin erwischt hat. Es gab keine Erklärungen oder Entschuldigungen von ihm. Anscheinend ist sie ihm komplett egal.
Als Mr. Cunningham sie aufsucht und ihr von der Erbschaft erzählt, ist sie zwar anfangs sehr skeptisch, doch aufgrund der Geschehnisse wagt sie den Sprung ins kalte Wasser und begleitet den Anzugträger mit in die Staaten.
In ihrem geerbten Haus trifft sie auf fünf ältere Personen, die im Haus wohnen – Linn verfällt ihrem Charm und versucht alles um ihnen das Zuhause nicht wegzunehmen.
Ich habe sie für ihren Kampfgeist beneidet, aber trotz ihrer Gefühle lässt sie sich nicht beirren und behält die Realität im Auge.

Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich angenehm lesen.
Die gezeichneten Muscheln am Beginn jedes Kapitels sind ein kleiner Blickfang und ich habe mich auf jede einzelne gefreut – ich liebe Muscheln 😉
Die Charaktere sind schön ausgearbeitet und jeder hat seine eigene kleine Geschichte, die in dieser Erzählung seinen Platz findet. Jeder einzelne ist so liebenswert und wenn sie im wahren Leben existieren würden, hätte ich mich schon längst in den Flieger gesetzt und wäre auf einen kleinen Sprung in der Pension vorbei gekommen – großes Lob an die Autorin. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist die kleine Nebenstory um die Wiedereröffnung der Pension, da hätte ich mir gewünscht, das diese mehr im Mittelpunkt steht – oder haben wir Fans Glück und es wird eine Fortsetzung geben, die sich um die Pension und seine neuen Gäste dreht?

Das komplette Buch ist ohne großartige Spannung und unerwartete Wendungen ausgekommen – und hat dadurch nicht langweilig oder langatmig gewirkt. Natürlich war es an einigen Stellen etwas zu sehr vorhersehbar, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Es passte perfekt zum Gesamtbild.
Von der ersten Zeile an hat mich dieses Buch gefangen genommen und ich konne nicht aufhören zu lesen. Ich wurde süchtig nach dieser Geschichte und Linn, die alles versucht um die älteren Herrschaften und ihr Zuhause zu retten.
Ein wunderschönes Buch mit einem traumhaftschönen Cover, das einem den Abend versüßt.

Ich habe diese Geschichte geliebt – klare Lese- und Kaufempfehlung!

Schönstes Zitat

“ […],sagte ich mit derselben gefassten Stimme, mit der ich immer von meinen toten Eltern erzähle. Sie soll dem anderen vermitteln, dass der Tod der Eltern zwar ein Verlust ist, aber einer, den jeder irdendwann erlebt, der eine früher, der andere später. Und dass er nichts ist, wofür ich bemitleidet werden möchte.“
(Linn, S. 74)

Ich kann Linn an dieser Stelle einfach nur zustimmen – ich habe meinen Vater mit zwei Jahren und meine Mutter mit 18 Jahren verloren. Jedem einzelnem sprühte das Mitleid aus allen Poren und ich fühlte mich einfach nur schlecht und erdrückt. Natürlich ist es nicht schön, seine Eltern zu verlieren, aber viele andere Kinder verlieren sie noch früher – alle beide in jungen Jahren. Ich war volljährig und konnte allein bestimmen, wie es weitergeht und bin nicht in die Hände des Staates gefallen. Jeder steht irgendwann ohne seine Erzeuger dar und es ist nichts, was unnormal ist.

🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne

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