Als unsere Herzen fliegen lernten

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Autor: Iona Grey
Verlag: Blanvalet
Seiten: 608
Erscheinungsdatum: 16. Mai 2016
Preis: 9,99€ als Taschenbuch und 8,99€ als Kindle eBook

Inhalt

1943, London: In der Ruine einer zerbombten Kirche trifft der amerikanische Pilot Dan Rosinski die junge Engländerin Stella Thorne. Es ist der Beginn einer unaufhaltbaren, aber unmöglichen Liebe, denn Stella ist verheiratet, und Dans Chancen, den Krieg zu überleben, sind mehr als gering. In einer Zeit, in der alles ungewiss ist, schreiben sie sich Briefe, um an dem festzuhalten, woran sie glauben: ihre Liebe. Viele Jahrzehnte später rettet sich eine junge Frau in ein leerstehendes Haus in einem Londoner Vorort. Da erreicht sie ein Brief, der sie in die Geschichte einer Liebe hineinzieht, die ein halbes Jahrhundert überlebt hat …
(Quelle: Bloggerportal )

Meine Meinung

Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Blanvalet Verlag  für das Rezensionsexemplar bedanken.

1943: Stella wächst in einem Waisenhaus auf und wird als Haushaltshilfe für den Reverend Charles eingestellt – er lernt ihre Qualitäten zu schätzen und macht ihr einen Heiratsantrag. Sie ist überglücklich und freut sich auf die Beziehung zu Charles. Doch schnell wird klar, das er anscheinend keine sexuellen Bedürfnisse oder Gefühle ihr gegenüber hat. Als er sich dann für den Krieg verpflichtet, bleibt Stella allein zurück.
Mit ihrer besten Freundin Nancy geht sie feiern, gelangt an unanständige US-Soldaten und verliert in den Ruinen einer Kirche ihre Armbanduhr, ein Hochzeitsgeschenk der Schwiegereltern. Am nächsten Morgen trifft sie dort auf den amerikanischen Soldaten Dan, er möchte ihr helfen und sie gibt ihm die Adresse von Nancy – ihre Schutzmaßnahme – dort soll er sich melden, falls er die Uhr finden sollte. Er findet sie, schreibt Stella an, die beiden treffen sich und sie verbringen den Tag zusammen. Es entsteht eine Brieffreundschaft, die sich aber nach und nach in eine Affäre verwandelt.
2011: Jess ist auf der Flucht vor einem Freund, dem sie etwas Geld entwendet hat. Sie taucht in einem heruntergekommenen Haus unter – dort entdeckt sie auch Will, der sich um den Nachlass und das Haus von Nancy  kümmern soll. Anfangs hält sie Distanz, doch als sie schwer erkrankt und Will sie halbtot findet, freunden sich die beiden an. Jess hat ein paar Briefe von einem Dan gefunden, der seiner Liebe Stella schreibt und auch ein aktuelles Schreiben ist darunter: Dan möchte endlich seine Stella wiedersehen. Die beiden helfen Dan – doch werden sie auch Stella finden?

Stella war mir von Beginn an sehr sympathisch, sie ist eine herzensgute, wenn auch sehr naive junge Frau. Mit Nancy hat sie eine gute Freundin an ihrer Seite, die ihr auch in den dunklen Momenten bei Stella bleibt. Sie hat so große Hoffnungen in die Ehe mit Charles gesetzt und wurde bitter enttäuscht – besonders nach der ersten Rückkehr aus dem Krieg. Charles tut ihr etwas unverzeihliches an und ich habe bis jetzt immer noch nicht verstanden, warum sie bei ihm geblieben ist. Bei Dans Besuchen blüht sie auf und wird zu einer vollkommen anderen Frau – die ich so wundervoll fand. Stella verhält sich wie eine typische junge Frau, die so viel Spaß am Leben hat.
Auch Nancy habe ich anfangs ins Herz geschlossen, doch gegen Ende der Geschichte wurde klar, das sie nicht immer richtig gehandelt hat. Sie hat Briefe zurückgehalten und somit ihre beste Freundin hintergangen. Nancy lässt Stella verkümmern und das gefällt mir überhaupt nicht. Das macht man nicht.
Charles mochte ich ab der ersten Zeile schon nicht – er ist eiskalt und schert sich einen Dreck um die Gefühle von anderen. Er hält zu Jesus und lebt für seine Predigen – seine Ehefrau ist nur eine billige Haushaltshilfe, nicht mehr. Nach dem Krieg zeigt er endlich sein wahres Gesicht – er ist ein Monster geworden.
Dan ist ein mustergültiger junger Mann, der sein Herz am rechten Fleck hat. Ich hatte so große Hoffnungen in eine gemeinsame Zukunft mit Stella gesetzt…schade, das es nicht eingetroffen ist.

Mit Jess und Will wurde ich leider nicht warm, sie waren mir zu oberflächlich – besonders Jess. Bei Will hat man wenigstens noch ein wenig Hintergrundinformationen bekommen, aber bei ihr erfuhr man kaum etwas. Im Umgang mit dem kranken Dan war sie sehr liebevoll und bei der Suche nach Stelle sehr aktiv, aber ansonsten war sie mir zu passiv und zu langweilig. Lobend ist zwar zu erwähnen, das sie sich einen Job sucht, aber mehr positives oder beeindruckendes kann ich nicht nennen.
Schade, das sie beiden manchmal zu sehr im Mittelpunkt standen.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, doch leider fehlt es mir einfach an Spannung. Meinstens konnte man am Beginn schon erahnen, wie viele Situationen enden werden – es gab wenig Überraschungen oder ungeahnte Wendungen. Charles Verwandlung war auf lange Sicht absehbar und auch die heimliche Affäre von Stella und Dan war von der ersten Begegnung an klar.
Die Geschichte um Stella und ihr Leben ist wirklich interessant und ich habe es gerne gelesen, aber mit der Verwicklung von Jess und Will war es mir zu viel des Guten. Die Passagen in der heutigen Zeit waren zu Beginn sehr kurz und knapp gehalten, wurden aber gegen Mitte der Geschichte immer langatmiger und nahmen für meinen Geschmack zu viel Platz ein. Stella, Nancy, Charles und Dan wurden in den Hintergrund gedrängt – unnötigerweise. Ihre Geschichte ist um Klassen besser als die von Jess und Will.

Leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung – für Fans von Rosamunde Pilcher ein Kauf wert, aber allen anderen kann ich nur zu einer Ausleihe in einer Bücherei raten.

Schönstes Zitat

gab leider keins 😦

🌟🌟🌟 Sterne

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