Meerblick statt Frühschicht – Warum ich losreisen musste, um bei mir selbst anzukommen

Meerblick statt Frühschicht: Warum ich losreisen musste, um bei mir selbst anzukommen von [Herrmann, Carina]

Autor: Carina Herrmann
Verlag: Piper
Seiten: 256
Erscheinungsdatum: 02. Mai 2016
Preis: 10,00€ als Taschenbuch und 8,99€ als Kindle eBook

Inhalt

Nach sieben Jahren als Kinderkrankenschwester in der Onkologie ist Carina Herrmann völlig ausgebrannt. Sie beschließt, alles zu verändern, und bricht allein nach Australien auf – eine Reise, die ihr Leben neu ordnet. Richtig sesshaft geworden ist sie seitdem nicht mehr, stattdessen lebt sie als Bloggerin und digitale Nomadin überall auf der Welt. Carina Herrmann schreibt über Ängste, Sehnsüchte und Mut und nimmt ihre Leser dabei mit auf eine Reise um die Welt zu sich selbst. Denn Alleinreisen bedeutet Freiheit und Begegnung – mit vielen unterschiedlichen Menschen und Kulturen und vor allem mit der eigenen Person.
(Quelle: Amazon )

Meine Meinung

Zuerst möchte ich mich beim Piper Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Carina fasst aus heiteren Himmel den Entschluss ein Work and Travel – Jahr in Australien einzulegen. Der Job, die Wohnung und die Versicherungen werden gekündigt. Möbelstücke verkauft und in den letzten Monaten in Deutschland macht sie fleißig Überstunden, arbeitet an Feiertagen um extra Geld für ihr Reise- und Rückkehrkonto zu verdienen.
Und dann ist es auch schon soweit: Sie fliegt nach Australien und verliebt sich in den Kontinent und die Landschaft. Schläft nur in Hostels, macht einige schöne Ausflüge und lernt viele neue Menschen kennen. Ab und zu arbeitet sie um die Reisekasse wieder zu füllen. Während der Reise verändert sich die Autorin – anfangs versucht sie ihre Reise von vorne bis hinten durchzuplanen, doch je länger die am Ende der Welt ist, umso entspannter und spontaner wird sie. Auf ihrem Blog und per Skype hält sie Kontakt zur deutschen „Welt“ – aber auch nur zu Personen, die ihr wichig sind. Alle oberflächlichen Kontakte lässt sie einschlafen um unnötigen Ballast loszuwerden.
Über den Geburtstag fliegt sie nach Bali – aber bereist dort das Land fernab der Touristenströme und der Hotelanlagen. Sie kehrt zurück nach Australien und hat dort noch eine schöne Zeit mit neuen Freunden, doch bei vielen von denen ist die Australienauszeit bald zu Ende – schließlich bleibt Carina übrig und beschließt nach Asien zu reisen und dort ein paar Länder zu bereisen. Thailnd, Laos und Kambodscha stehen auf dem Plan – Länder, die vollkommen anders als Australien sind. Zum Beispiel in Laos sind die Menschen sehr ruhig und können einem nicht in die Augen sehen.

Schließlich kehrt sie nach einem Jahr zurück nach Deutschland und merkt schnell, dass das Jahr sie verändert hat. Ihre Freunde und die Familie nimmt es nicht war, sie haben schon fast vergessen, das Carina ein Jahr ausgesetzt hat.
Die Autorin versucht sich wieder an ein Leben in Deutschland zu gewöhnen, sie findet sogar einen neuen Job, der ihr anfangs Spaß macht. Doch je länger sie wieder zurück ist und als sie schließlich ein paar Reiseblogger trifft, fällt sie eine Entscheidung: sie möchte Reisebloggerin werden und alleinstehenden Frauen dazu verhelfen sich auch alleine auf Weltreise zu machen. Mission gelungen würde ich sagen.

Ich habe dieses Buch an einem Abend verschlungen und mich hat sofort das Fernweh gepackt. Die Autoren hat es geschafft, das ich beim Lesen immer das Gefühl hatte neben ihr zu stehen und die Landschaft und die Menschen mit eigenen Augen zu sehen. Auch ihre Erinnerungen an ihre Zeit auf der Kinderkrebsstation haben mich sehr beeindruckt. Ich habe großen Respekt vor Personen, die diesen emotional schweren Beruf ausüben und das über viele Jahre.

Klare Lese-und Kaufempfehlun!

Schönstes Zitat

„Mit Deutschland habe ich mich nie wirklich verbunden gefühlt. Ich schätze das deutsche Sozialsystem seht und stelle immer wieder fest, wie stark die deutsche Kultur in mir verankert ist, was ich durchaus als poitiv empfinde. Pünktlichkeit, Verbindlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit, die hier in Australien manchmal als ruppig und unhöflich angesehen werde, empfinde ich als positive Eigenschaften, auf die wir durchaus stolz sein können. Aber trotzdem habe ich mich nie wirklich mit meinem Land verbunden gefühlt. Die Frage bleibt offen: Wenn es nicht Deutschland ist, was dann?“
(Carina, S.90)

Oh mein Gott, ich kann mich vollkommen mit der Autorin identifizieren. Bei mir fing es im jungen Teenageralter an – ich bin zwar vom Pass her deutsch, aber ich fühle mich nicht als Deutsche. Schon früh habe ich Fernweh entwickelt, jede kleine Klassenfahrt ins Ausland war ein Highlight. In Paris habe ich mich in die Mentalität der Franzosen verliebt, aber auch in die Straßen, in die Menschen und ihren Nationalstolz. Am Gardasee verliebte ich mich in die Natur Italiens und das gute Essen. In Spanien in die Freundlichkeit der Menschen und das gute Wetter auf den Kanaren. In der Karibik an die Lebensfreude der Menschen. Und in Norwegen verlor ich mein Herz an die Landschaft. Jedes einzelne Land hat sich in mein Herz gestohlen, doch keines konnte mich überzeugen für immer zu bleiben. Welches Land wird wohl meine Heimat werden? Ich weiß nur eines sicher: Deutschland wird es nie sein und auch nie werden.

🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne

 

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