Otto hat Flick Flacks gekauft

otto flick flacks

Autor: Sandra Vahle
Verlag: neobooks Self-Publishing
Seiten: 495
Erscheinungsdatum: März 2015
Preis: 2,99€ als Kindle eBook

Inhalt

Heidi Hagenbert ist jung, frisch diplomiert und an beherzter Zuversicht mangelt es ihr nicht. Von nun an beginnt ein Leben in Saus und Braus.
Alsbald muss sie feststellen, dass jenes nicht gänzlich so opulent verlaufen soll wie beizeiten erträumt. Der Sold ist mickrig, ihre temperamentvolle Chefin bedient sich eines monarchischen Führungsstils und Betriebswirtschaft klang in der Theorie betörender. Wenn doch wenigstens die Liebe all dies nivellieren würde…
Um dem Stumpfsinn zu entfliehen, verbleibt Heidi nur eins: Ihre fliederlila Brille. So verfällt sie hingebungsvoll Dr. Alexander Strauss und streift hin und wieder im seidigen Neglige durch finstere Nächte, um nicht nette Ex-Liebhaber mit einem Damaststahlmesser aufzuschlitzen.
Und dann wäre da ja auch noch Otto. Samt seiner Füße sowie dem einen speziellen Körperteil, welches dieser Geschichte die nötige Portion Tragik verleiht, die es benötigt, um sich in die angesehene als gleichsam erstrebenswerte Weltliteratur einreihen zu dürfen.
(Quelle: Amazon )

Meine Meinung

Ein großer Dankeschön geht an die Autorin Sandra Vahle , die mir das eBook als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat 🙂

Heidi hat gerade ihr Studium beendet und ist auf der Suche nach einen Job. Auf einigen Umwegen kommt sie zu Varlo – und macht ein Praktikum unter der eigenwilligen Chefin Francesca. Am Ende der Praktikumszeit winkt vielleicht ein Arbeitsvertrag.
Anfangs ist Heidi guter Dinge, merkt aber schnell, das Varlo nicht der Himmel auf Erden ist. Ihre Kollegen lassen kein gutes Haar an der Chefin, etwas das Heidi nicht verstehen kann – zu ihr ist sie doch stets nett und zuvorkommend.
Doch im Laufe der Zeit kommt der Drachen Francesca zum Vorschein und treibt ihre Mitarbeiter zur eigenen Kündigung, in die Psychiatrie oder kündigt diese einfach selbst – fristlos. Heidi ist entsetzt, nimmt den Arbeitsvertrag aber an und wird ein vollständiges Mitglied bei Varlo. Von nun an erhält sie die komplette Palette an Boshaftigkeiten der Chefin – etwas wovor sie alle gewarnt haben.

Mit Heide kann sich, glaube ich, jeder gut identifizieren, der gerade seine Ausbildung oder sein Studium beendet hat. Es ist nicht einfach einen Job als Berufseinsteiger zu bekommen und man muss oft Rückschläge einstecken oder auch seine Erwartungen runterschrauben. „Praktikas“ gehören wohl für viele Ex-Studenten zum Alltag – billige Arbeitskräfte, die einen Vollzeitjob verrichten. Auch Heidi ergattert so einen Job, aber sie ist froh Arbeit zu haben. Anfangs ist sie noch ein Sonnenschein, der aber im Laufe der Zeit an Strahlen verliert, auch wenn er nie vollständig erlischt. Nach ihrer Einstellung als vollwertige Mitarbeiterin hatte ich nur noch Mitleid mit ihr – sie ist die Lieblingszielscheibe von Francesca geworden und ich war erstaunt wie lange die junge Frau durchgehalten hat. Ich hätte schon viel eher das Handtuch geworfen.
Vielleicht lag es auch an Gerd, warum sie sich solange gehalten hat – ab dem letzten Drittel des Buches schwärmt sie von dem älteren Handwerker. Schade, das sich da nicht mehr entwickelt hat 😉 oder es lag auch an ihrer schriftstellerischen Tätigkeit, die sie neben ihren auslaugenden Beruf ausgeübt hat – etwas das zu ihrem Lebensinhalt geworden ist.
In den ersten beiden Dritteln des Buches handelt ihr Liebesleben um Olaf – ihrer Studentenliebe, der sie lange nicht beachtet hat. Sie chatten auf der Website einer Partnerbörse miteinander und Heidi erhofft sich lange eine Beziehung, doch irgendwann wird klar, das Olaf dazu nicht in der Lage ist. Nebenbei schwärmt sie für ihren Freund Joshua, der aber leider nie wirkliches „Liebesinteresse“ an ihr zeigt – bis zum Ende des Buches 😉

Leider konnte ich mich mit dem Schreibstil nicht zu 100% anfreunden – für mich ist er etwas zu gewöhnungsbedürftig, aber auch mal etwas erfrischend anderes als den gewöhnlichen „Schreibstileinheitsbrei“.
Mein ganz persönliches Lesehighlight waren die Versprecher von Francesca, der Chefin von Heidi – „alter Norweger“ , „Die saufen nicht in Arbeit“ oder „Das Leben ist kein Reiterstall“ sind nur ein paar Beispiele, die alle auf einer Liste festgehalten werden und immer wieder von den „Untertanen“ der Herrscherin Francesca zum Besten gegeben werden.
Aber auch Otto, der Mann von Francesca ist immer wieder für eine Story gut – die leidgeplagte Ehefrau, die Zuhause wohl nicht besser drauf ist als innerhalb der Arbeitszeit, erzählt immer wieder sehr amüsante Geschichten über ihren Gatten. Der Arme kann dem Leser wirklich Leid tun – ein Wunder das er noch mit ihr zusammen ist.
Auch Heidi entwickelt schnell Sympathien für den armen Kerl – schade, das wir ihn nicht live kennenlernen durften…

„Otto hat Flick Flacks gekauft“ (übrigens auch ein Versprecher von Francesca) kommt eine klare Lese- und Kaufempfehlung von mir 🙂

Schönstes Zitat

„Es scheint als öffnen sich lang verschlossene Türen, wobei die Betonung auf schient liegt, denn mit unseren Träumen ist es so eine Sache. Oft träumen wir sie ein Leben lang, ohne dass sie jemals wahr werden. Zu oft bestehen in der Wirklichkeit hartnäckige Abweichungen hinsichtlich Personen, Ort und Handlung.“
(Heidi, Pos. 58 – Polen gegen Äquator)

🌟🌟🌟🌟 Sterne

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