Wenn die Liebe tanzen lernt

Tanzen

Autor: Jean Kwok

Verlag: Goldmann

Seiten: 473

Erscheinungsdatum: 14. September 2015

Preis: 8,99€ als Taschenbuch und 7,99€ als Kindle eBook

Inhalt

Die 22-jährige Charlie Wong lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwester Lisa in New Yorks Chinatown. Ihr Job als Tellerwäscherin ist keine große Erfüllung – doch in der kleinen Welt der traditionellen chinesischen Einwanderer sind die Möglichkeiten begrenzt. Bis Lisa Charlie überredet, sich auf eine Annonce in der Zeitung zu melden: Das berühmteste New Yorker Tanzstudio sucht eine neue Rezeptionistin. Schnell wird klar: Die tollpatschige Charlie ist eine schreckliche Rezeptionistin, aber ein begnadetes Tanztalent. Und als Charlie sich vom unscheinbaren Entlein zum Schwan tanzt, fällt sie einem besonderen Mann auf …

(Quelle: Bloggerportal)

Meine Meinung

Zuerst möchte ich mich bei dem Bloggerportal (insbesondere Katrin Cinque) für das Rezensionsexemplar bedanken 🙂

Dieses Buch ist mein neues Lieblingsbuch geworden und hat damit „Die Rosenfrauen“ von Cristina Caboni an der Spitze abgelöst 😉

Nachdem Charlies Mutter, eine leidenschaftliche Tänzerin, gestorben ist, jobbt Charlie als Tellerwäscherin. Sie hat keinen Schulabschluss und kann nicht gut lesen und schreiben. Hin und wieder versucht sie einen anderen Job zu bekommen – nur leider fliegt sie immer wieder nach ein paar Tagen wieder raus.
Ihre kleine Schwester Lisa hat schließlich die rettende Idee: Sie soll sich als Rezeptionistin bei einem Tanzstudio bewerben. Wider Erwarten bekommt sie den Job und behält ihn auch länger, dem Vater erzählt sie nur, das ihr neuer Job bei einer Computerfirma ist. Er würde nicht gut heißen, wenn sie in die Fußstapfen der Mutter tritt und sich in die Welt des Tanzens verliebt.
Als schließlich eine Tanzlehrerin fehlt, bekommt Charlie dank Nina (eine weitere Tanzlehrerin) eine große Chance – sie darf einmal den Probeschnupperkurs unterrichten. Sie meistert es mir Bravour und bekommt eine Festanstellung als Lehrerin angeboten…und nimmt sie an. Von da an geht es mit der Schinderei los und sie begegnet in einem ihrer Kurse Ryan, dem sie für die Hochzeit der Schwester das Tanzen beibringen soll.
Während Charlie immer weiter auf der Erfolgsleiter nach oben klettert, geht es der jüngeren Schwester immer schlechter. Keiner kann sich erklären was los ist – die beauftragte Vision (eine chinesische Wahrsagerin) sagt nur den Satz „Was die eine Schwester gewinnt, wird die andere verlieren“ und dem Leser schwant Böses. Der Vater lässt nur chinesische Medizin zu und Charlie merkt, das diese Art der Medizin nicht die zuverlässigste ist.
Charlie trainiert unterdessen mir Ryan für einen Wettbewerb, bei dem sich die beiden blutigen Anfänger eingeschrieben haben. Beide kommen sich näher, doch da gibt es zwei Probleme: Ryan hat eine Freundin und Charlie darf nichts mit ihren Schülern anfangen.

Charlie entwickelt sich in diesem Buch vom hässlichen Entlein, der sich keinen Deut um Mode und der eigenen Erscheinung macht, zu einem wunderschönen Schwan, der sich selbst kritisch begegnet und eine Unmenge an Selbstvertrauen und innerer Stärke entwickelt. Sie lehnt sich gegen ihreren Vater auf und sorgt damit dafür, dass die kleine kränkelnde Schwester eine Krankenversicherung erhält. Auch in Liebesdingen bleibt sie bestimmt und weiß um ihre Gefühle zu Ryan…Julian (Startänzer) buhlt um ihre Gunst, doch Charlie weiß, für wen ihr Herz schlägt – auch wenn diese Liebe ihre Festanstellung gefährdet.

Ryan habe ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen, jedoch hatte ich ihn nicht als potenziellen Partner von Charlie wahrgenommen, sondern nur als guten Freund. Sein Job (Gärtner) und sein neu entdecktes Tanzhobby harmonieren perfekt zusammen – vielleicht auch ein Grund, warum sich Charlie in ihn verliebt (außer vielleicht seine rauen Hände).

Zusammen sind Ryan und Charlie interessant zu beobachten, manchmal ähnelt es einem Eiertanz, doch den beiden gelingt es anfangs gut – doch im Laufe der Zeit und vieler Tanzstunden intensiviert sich ihre Beziehung und Gefühle kommen an die Oberfläche. Es ist süß mit anzusehen, wie sie dagegen ankämpfen und schlussendlich (vermutlich 😉 ) scheitern.

Nebensächlich erscheint in diesem Buch die Freundschaft zwischen den drei Chinesinnen Charlie, Mo Li und Zan.
Jede hat ihren eigenen Traum:
Charlie  möchte einen besseren Job,
Mo Li möchte einen guten Uniabschluss machen und sich von der chinesischen Kultur lösen (sie ist die einzige der dreien, die wirklich gut in der Schule war) &
Zan, die nach Abschluss der Schule einen eigenen „Imbisswagen“ zum Reiswaffelverkauf bekommen hat – sie träumt von dem Führerschein und möchte irgendwann Fernfahrerin werden.
Sie könnten alle nicht unterschiedlicher sein, doch merkt man bei jeder Begegnung der dreien oder wenn sie sich zu zweit treffen, eine tiefe Verbundenheit. Das zeichnet eine wirkliche Freundschaft aus.

Die Autorin versteht es wunderbar uns in die chinesische Welt einzuführen. Mich hat das Land und die Kultur nie wirklich interessiert, doch das hat sich mit diesem Buch geändert. Man erhält Einblick in die chinesische Medizin, dem Glauben, der Tradition (z.B. der Vision), der Erziehung der Kinder und der Denkweise wirklicher Chinesen, die sich nicht unbedingt an die amerikanischen Gepflogenheiten anpassen möchten (der Vater von Charlie ist ein gutes Beispiel dafür).
Aber auch der Wunsch vieler junger Chinesen wird hier deutlich gemacht: Sie möchten ein normales Leben führen, nicht an ihre Kultur gefesselt sein und ihre eigenen Entscheidungen treffen.
Jean Kwok verbindet auch das Tai Chi mit dem Tanzen – was mir wirklich gut gefallen hat. Es werden viele interessante Parallelen zueinander gezeigt.
Auch Ryan überzeugt durch seine Feng Shui – Kenntnisse – ein schöne Idee um Charlie näher zu kommen und vollkommen passend zum Charakter von Ryan.
Kurz: ein wirklich lesenswertes Buch und eine klare Kaufempfehlung!!!

Schönstes Zitat

„Das schwerste daran, ein Opfer zu bringen, ist nicht der Moment, in dem man es tut. Der ist am leichtesten, weil man so beschäftigt damit ist, stolz auf sich und die eigene Großzügigkeit zu sein. Nein, schwer ist der nächste Tag und der übernächste und alle Tage, die danach folgen. Schwer ist, das Opfer immer und immer wieder bringen zu müssen, für den Rest des Lebens, während man immer noch auf der Zunge schmeckt, was man verdient hat. Oder verloren zu haben glaubt.“
(Charlies Mutter)

🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne für mein neues Lieblingsbuch 🙂

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